Folge 3 der Biografie-Werkstatt

Fortbildungen locken mich in jeden Winkel der Republik. Vor zwei Wochen war es Wolfenbüttel und hieß:

 

„Schreib, Gruppe! Wie man zum Texten anleitet:

Die Lizenz zum Lügen“.

 

Zwei hochfitte, einander witzig anspornende Dozenten: Olaf Kutzmutz und Matthias Göritz, und dazu vierzehn starke TeilnehmerInnen trieben sich gegenseitig unter konzentriertem Bleistiftkauen, besorgten Blicken zur großen Stoppuhr, dann Applaustrommeln und Gelächter zu Höchstleistungen. ...

Dazu der Austausch von teils jahrzehntelanger Schreibgruppenerfahrung. Dank an alle!

Und - wieso Lügen? Zumindest in meiner – der biografischen − Schreibgruppe geht es doch darum, das eigene Erlebnis, genau wie es war, aufzuschreiben? Ja, das versuchen wir. Dennoch hilft Phantasie gerade bei Erinnerungslücken auf die Sprünge. Oft erlebt, immer wieder bestätigt.

 

Man kann statt „Lügen“ auch „Erfinden“ sagen. Wir alle verändern dauernd, ohne es zu merken, unsere Erinnerungen, und wenn wir uns darüber im Klaren sind, schadet das nicht. Im Gegenteil.

 

Die nächste Fortbildung folgt bald in München. Ich freue mich sehr darauf und werde wieder hier zurückblicken.

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Aktualisiert am 11. Juni 2018