Mein Jubiläum 5 Jahre - Herzlich Willkommen

3. Juli 2017          Noch ein Rückblick          Mein Lieblings-Lektor

 

Kann man vom Schreiben leben?

Manchmal.

So manches froh geplante Biografie-Projekt fiel widrigen Umständen zum Opfer. Andere gelangen zur großen Zufriedenheit.

Ich werde weiter empfohlen, aber das reicht nicht immer. Zwischendurch brauchte ich brüderliche Hilfe.

Oliver Domzalski meldete sich in einer langen Durststrecke und fragte, ob ich Zeit hätte. Er selbst war überhäuft mit Aufträgen, da gut vernetzt und als erfahrener Könner weit bekannt, so empfahl er mich einem Verlag.

Meine Probetexte gefielen, und so entstand beim Westend-Verlag „Treffen sich zwei Knochen“, mein erstes medizinisches Sachbuch als Ghostwriterin, ein rundum erfreuliches und gelungenes Projekt. Natürlich mit der Hilfe des versierten Sachbuchlektors Oliver, der lobte, ermutigte, konstruktiv kürzte und auch mal ein fehlendes Kapitel schnell selbst schrieb - zu Hand und Ellenbogen fielen ihm einfach die besseren Fragen ein.

Seitdem arbeiten wir viel zusammen. Es darf auch mal was zum Lachen sein. Näheres demnächst. Danke, lieber Bruder!

 

Heute, am 1. Juli 2017, blicke ich auf fünf Jahre Selbstständigkeit als freie Autorin. Kleine Zwischenbilanz:

  • Man kann viel lernen, auch wenn man schon eine Weile lebt.
  • Schreibseminare sind großartig! (Seitdem 24 Fortbildungen besucht.)
  • Ich danke meinen Kundinnen und Kunden, die mir vertraut haben, auch als ich gerade erst anfing.
  • Ich habe viele spannende, liebe, kluge, kreative Autorinnen* kennengelernt.
  • Endlich ist LESEN nicht mehr Luxus und zusammengestohlene Freizeit, sondern zählt mit vollem Recht als Arbeit.
  • Sprache ist etwas Wunderbares! Sie bleibt mein großes Thema, nun auf andere Weise, seit ich sie beruflich produziere.
  • Schreiben lernt man durch Tun. Hinsetzen. Sitzenbleiben. Weiterschreiben. Nicht aufgeben. Auch wenn du heute nicht zufrieden mit dem Geschriebenen bist.
  • Überarbeiten muss jede Autorin. Sorg heute dafür, dass du morgen etwas zum Überarbeiten hast.
  • Lektorinnen* verbessern nicht die Rechtschreibung, das machen Korrektorinnen.
  • Lektorinnen blicken mit großen Fragen und einem weiten Horizont auf Texte und sehen Dinge – da staunt man.
  • Lektorinnen stehen im Dienst der Leserin.
  • Lektorinnen werden dringend gebraucht. Danke für eure Arbeit!
  • Irgendwann werde ich auch lernen, ein Exposé zu schreiben.
  • Ich weiß jetzt, dass eine literarische Agentin keine Spionin ist, und ich hoffe, bald eine zu finden, die* meine Bücher vertreten will.
  • Rezensionen sind Arbeit. Gar nicht so einfach, eine begründete Meinung zu formulieren, ohne den Inhalt runterzuerzählen.
  • Wenn ich „Autor“ und „Agent“ und „Lektor“ schreibe, sind Frauen zwar mitgemeint, aber wer diese Wörter liest, sieht vor seinem inneren Auge Männer. (Das hat man untersucht, es gibt eine Studie.)
  • Der Sprachfluss mag das nicht so. Aber ab und zu ein Sternchen* tut nicht weh.
  • Unsere Fenster werden vor Weihnachten und vor Ostern geputzt, das muss reichen, auch wenn ich im Schwabenland lebe ;-)
  • Meine Familie unterstützt mich und ist nicht nur deswegen die beste der Welt. Danke!
  • * Männer sind überall mitgemeint.

Herzlich willkommen im Biografiezimmer von Claudia Stursberg

Ich schreibe für Sie.

Hier finden Sie unter Termine und unter Aktuelles meine nächsten Veranstaltungen.

 

Woran arbeite ich gerade?

Welche Bücher sind erschienen?

Siehe dazu meinen Blog.

 

Sie möchten bald Ihre Biografie als Buch in der Hand halten, kommen aber irgendwie nicht zum Schreiben?


Hier erreichen Sie mich an meinem Schreibtisch:

07164 - 915 25 85

oder via Kontakt unter biografie@claudia-stursberg.de.

Über mich, Claudia Stursberg
Über mich, Claudia Stursberg

So

18

Sep

2016

Mein Leben aufschreiben - kann ich das?

Was ich jedem empfehle:

 

Jeden Tag wenigstens ein paar Details notieren. Es sollten Beobachtungen sein, keine Urteile oder Zusammenfassungen.

 

Was später interessant sein wird, sind die Einzelheiten, mit allen Farben, mit Geräuschen, Gerüchen, mit wörtlicher Rede. Wie fühlte sich etwas an? Wie war die Person, die an jenem Tag wichtig wurde, gekleidet? Wie drückte sie sich genau aus?

 

Als Beispiel ein Text, den ich 1985 notiert habe, und der jetzt Kolorit für meinen Roman gibt:

 

"Jetzt, bei scharfem Frost, schützen nur die Wände das gelagerte Gemüse notdürftig vor der Kälte. Die Öffnungen des Ventilators, oben in der Wand zu sehen, sind mit alten Jutesäcken verstopft. Wir betreten das Gebäude und steigen dabei über weitere Säcke, die die Türspalte abdichten sollten. Trotz allem ist die Tür von innen dick bereift. In dem Gang zwischen den hohen Kartoffelmieten nehmen wir faulige Wärme wahr. Nebelschwaden, trübes Licht.

(...)

 

Wir stehen an zwei Waagen, müssen jeweils ein Kilo Rote Bete abwiegen, die wir aus einem Container nehmen, und das gefüllte Netz zu Babka Tossja hinüberwerfen. Sie legt es in ein Rohr und verschließt jedes Netz mit einem Draht durch ein Klack ihrer Maschine. Eine sehr alte Frau ist sie, schon hoch im Rentenalter, also noch vor der Revolution geboren, aber mit Energie im Leib! Sie repariert selbst ihre Maschine, überwacht mit schnellen Augen alles, was wir anderen Frauen tun, macht Scherze zwischendurch, schreit energisch Kommandos, wobei sie alle duzt."

(...)

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Aktualisiert am 03. Juli 2017